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1. Chaos erzeugende Systeme
Chaos kann durch dynamische, nichtlineare Systeme erzeugt werden. Im besonderen sind dies Differentialgleichungssysteme mit mindestens drei Freiheitsgraden und umkehrbare, diskrete Zeitfunktionen mit mindestens zwei3 Freiheitsgraden (1). Entsprechend wird auch von kontinuierlichen und zeitdiskreten Dynamiken gesprochen, die chaotisches Verhalten aufzeigen.
Als Chaos erzeugende gelten somit Differentialgleichungssysteme der
Form (1):
Die Anzahl der Freiheitsgrade ist mit der Anzahl der zur Systemdarstellung benötigten gewöhnlichen, autonomen Differentialgleichungen erster Ordnung gleich zu setzen.
Oder auch zeitdiskrete Iteratorfunktionen
der Form:
Hier kann die Anzahl der Freiheitsgrade direkt an der Anzahl der Komponenten des Zustandsvektors x(k) abgelesen werden (siehe auch Fußnote 1).
Weitere Analysen zur nötigen Anzahl der Freiheitsgrade, die ein dynamisches System benötigt um chaotisches Verhalten zu erfahren sind in der Literatur zu finden (1).
Wenn im weiteren Verlauf der Arbeit der Hauptaugenmerk auf der
praktischen Anwendung der Chaostheorie auf experimentelle Meßdaten
liegt, so wird, im Gegensatz zu den rein mathematischen Beispielen
kein Zugriff mehr auf die Differentialgleichungen des Systems
möglich sein. Es wird also nötig sein den kontinuierlichen Fluß aus
Gleichung 2.1 durch ein zeitdiskretes Äquivalent, nämlich
die Abtastung des Systems mit einer endlichen Zeit ts zu
beschreiben. Für den kontinuierlichen Fluß
| (3) |
läßt sich schreiben
und aus den kontinuierlichen Beobachtungen x(t) wird:
| xn(t0+k ts) | xn(t0+(k+1) ts), | ||
| xn(k) | xn(k+1) | (5) |
Liegt nur eine zeitdiskrete Observable vor, so ist es durchaus möglich aus der abgetasteten Version der Observablen zu ermitteln, ob sie ursprünglich aus einem System von kontinuierlichen Differentialgleichungen stammt, oder ob sie das Ergebnis einer diskreten Zeitfunktion, nämlich einer Iteration ist. Das kontinuierliche System wird sich dadurch auszeichnen, daß immer ein Lyapunov Exponent gefunden werden kann der Null ist, während dies für Iterative Systeme nicht zutrifft.
Footnotes
- ... zwei3
- Eine
Ausnahme stellen hierzu die nicht invertierbaren eindimensionalen
Funktionen, wie z.B. die ,,Logistic Map``
dar,
die auch chaotisches Verhalten zeigen können. Dies jedoch mehr im
Sinne einer fraktalen Menge, da im eindimensionalen Fall nicht von
einem ,,echten``Phasenraum gesprochen werden kann.
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